Now we talkin‘ wine, mate!

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„It’s 1,06 miles to Martinborough, I got one bike, dirty clothes, it’s noon and I’m wearing sunglaces. Hit it!“
Martinborough ist ein kleines, verschnarchtes Städtchen in der Weinregion Wairarpa und weltbekannt (merkt Euch das, Bildungsbüger:innen) für seinen Pinot Noir. Um Martinborough herum liegen mehr als 20 Weingüter, die man bequem mit dem Rad ansteuern kann. Warum ich die Wäsche erwähne? Zum einen , weil ich keine Zigaretten haben, und zum anderen, Ihr wisst ja, dreckige Wäsche ist ein schmutziges, persönliches, oft unangenehmes Geschäft. Niemand redet drüber. Aber einer muss sich ja darum kümmern! Auch dafür stehe ich mit meinem Qualitäts-Reiseblog, für den ihr nichts als mit Eurer wertvollen Zeit bezahlen müsst. Ich bin quasi vom ÖRB. Alles schon mit Euren Zwangsgebühren bezahlt, ihr Schlafschafe! (Her mit Euren Hass-Kommentaren!)
Während ich auf meine Wäsche warte, teste ich das lokale Bier, die Brauerei hat leider noch geschlossen. Aber das „The Village Café“, in dem sich der „South Wairapa Rotary“ natürlich vom Fass an. Transparenz muss sein! Ich möchte keine Informationen zurückhalten. Auch das gebietet der moralische Kompass Eures Qualitäts-Blogs „tommiboe.com“, nur echt mit selbstironischem Twist, der aber stets der Weltenverbesserung, ja, -Rettung dienen möchte, so denn Chewbucca will oder wie auch immer der Troll von meinem Motorroller heißt…?
Ich schweife ab. Aber nun gut, wenn das nicht die Essenz dieses Blogs ist…! Vielleicht muss ich auch einfach zu lange auf die Wäsche warten, die ja auch noch getrocknet werden will und das erste Bier regt nicht nur die Fantasie an, sondern lässt auch die Nutzer noch in einem schreibfähigen Modus Operandi zurück. Was ees aber heute zu ändern gilt. Denn – huuh, lange Einführung – heute klappere ich (passt sehr zu meinem alten Rad) ein paar dieser Weingüter ab, um Weine zu probieren und, geben wir es ruhig zu, um Wein zu trinken! Und dahingehend kann ein Bier zur Einstimmung ja nicht schaden!
Da meine Waschmaschine nicht schleudern will, muss ich mithilfe des Tankwarts (Ja! Ihr dürft gerne nachfragen!) eine neue Runde drehen: die Wäsche in der Nachbarmaschine; ich mit dem Rad durchs Dorf. Habe dabei das sehr leckere „Tuatara Pils“ kennengelernt. Will das Schicksal mir sagen, bleib doch beim Bier…!?
Ein schräger Vogel zwitschert mir vom Straßenrand ein Kompliment zu meiner kolumbianischen (Wayuu) Strandtasche. Ich plädiere nicht auf Cat Calling und werde auf lustig-chaotisch-kreative Weise von meinem ersten Wein-Tasting abgehalten. Danke dafür!
Wenig später bin ich bei „Poppies“, mir werden für $15 (7,50€) 5-6 Weine vorgesetzt, die ich amtlich wegdegustiere. Danach gibt es sehr gutes Essen!
Danach, ich bin spät dran. „Zu viel Wäsche, zu wenig Wein!“ sagt der Volksmund, hurtig zum Moy Hall Vineyard. Dort wird bereits aufgestuhlt, aber der Manager in Charge Bas Muller (holländische Eltern) verabreicht mir ein individuelles Tasting im Stehen an der Theke, für lächerliche $10, mit sehr nettem persönlichen Smalltalk. Hinter mir wird schon gefegt. Also schnell weiter, es wird sportlich, zum Glück ist es nicht weit und ich erreiche „Tirohana Estate“, wo eine große getigerte Katze und die nächsten fünf Weine auf mich warten. Auch hier bin ich der einzige (letzte) Gast, um den sich sehr bemüht wird (10$). Ein letztes Vineyard hat noch geöffnet: „Haythornthwaite Wines“. Ich weiß nicht, ob ich bedürftig oder durstig aussehen. Aber die Gläser werden reichlich gefüllt und so fühle auch mich allmählich!
Ich radle unfallfreihändig zurück und übergebe lediglich das Rad, mehr nicht.
Während ich den Text niederschreibe, merke ich mir, was mir gefehlt hat. Es war so ein bisschen die Klugscheißerei und das kompetente Nicht-Fachgesimpel über Wein und die Welt, das man in geselliger Runde anstimmen könnte. Okay, ich versuche das auch schon, wenn ich alleine bin. Aber was will mein Kindheits-Ich schon Bedeutendes zum Thema Wein anmerken? Außerdem verstehe ich es ohnehin kaum, weil es so lallt. Verträgt halt nix!

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